MAJA OSOJNIK TRIO 

jazzwerkstatt band portrait
Maja Osojnik
vocals, soprano recorder
Philipp Jagschitz
piano, reed organ
Bernd Satzinger
bass

Maja Osojnik ist eine Exzentrikerin mit Schalk im Nacken, die zweifellos von einer anderen Ecke als jener der Volksliedpflege kommt. Mit schrillem Auftreten, aber dunklem Alt interpretiert sie slowenische Volkslieder, teils mit respektvoller Behutsamkeit, teils mittels totaler Umkomposition und Neucodierung. Die vorherrschende Melancholie ihrer Songs, die sie mit einem Schuss Ironie vor dem Geschmäcklerischen rettet, ist keine slowenische Selbstverständlichkeit, wie das Klischee von der slawischen Seele vermuten ließe. Slowenische Volksmusik ist vielseitig, größtenteils jedoch nicht weit von österreichisch-alpiner entfernt. Man muss schon ein bisschen mit dem Ethnographenfinger kratzen, um ältere, modale, südlichere und östlichere Formen sowie Lieder von tragischer Wucht und anmutiger Poesie zu entdecken, wie Maja Osojnik es tat. Ihre CD „Oblakiso rdeci“ (Die Wolken sind rot) landete einen für österreichische Jazz-Maßstäbe unerwarteten Erfolg bei Publikum und Presse. Dabei kam die aus Kranj gebürtige Allroundkünstlerin erst relativ spät zum Jazz, 2002 begann sie bei diversen LehrerInnen, darunter Ines Reiger am Konservatorium der Stadt Wien, Jazzgesang zu studieren. Davor und daneben war und ist sie eine Allrounderin, die sich in keiner Schublade wohl fühlt und die österreichische Musikszene von den verschiedensten Richtungen her stürmt. Mit dem Ensemble Mikado spielt sie Alte Musik auf der Blockflöte, ein unterschätztes Instrument, auf dem sie im Low Frequency Orchestra frei improvisiert; als Vokalistin ihrer eigenen lfo Paradeiser Connection und bei anderen Bands komponiert sie elektronische Musik und verbindet diese mit ihrer alle Frei- und Verrücktheiten genißenden Stimme und mit der Band Balkon schreit sie sich zu Metal, Noise und Hardcore ihre Seele aus dem Leib. A woman with many hats. [Richard Schuberth]

www.majaosojnik.com